(Artikel Geislinger Zeitung)
Nach 44-jährigem ehrenamtlichen Engagement bei den Freien Wählern in Geislingen (vormals: Freie Wählervereinigung) ist Jörg Schneider aus der Vorstandschaft ausgeschieden.
Autor: MANFRED BOMM | 19.10.2012

Jörg Schneider war 28 Jahre lang Stadtrat gewesen und seit der 2003 erfolgten Gründung des FW-Vereins dessen Kassierer. Bei der jetzigen Hauptversammlung, die im Gasthaus „Schwanen“ stattfand, gab er das Amt des Finanzreferenten an Hans-Ulrich Sihler ab. Schneider begründete diesen Schritt damit, dass man „zum richtigen Zeitpunkt loslassen“ müsse, um Jüngeren die Chance zu geben, in die kommunalen Aufgaben hineinzuwachsen. Schneider: „Ich hoffe und wünsche, dass sich bei den Freien Wählern immer wieder Menschen bereit erklären, sich ebenfalls ehrenamtlich für unsere Heimatstadt zu engagieren.“

Vereins- und Fraktionsvorsitzender Roland Funk würdigte die langjährige Tätigkeit Schneiders und betonte, dass dessen Namen ganz eng mit dem der Freien Wähler verbunden sei. Funk überreichte als Abschiedsgeschenk einen Kompass samt Lupe für künftige Wandertouren.

Einstimmig wählte die Versammlung des derzeit 51 Mitglieder zählenden Vereins für die nächsten zwei Jahre den Vorstand: Vorsitzender Roland Funk, Stellvertreter Hansjörg Schrag, Finanzreferent Hans-Ulrich Sihler, Schriftführer Manfred Bomm sowie die Beisitzer Karin Vedie und Oliver Schendzielorz (neu und für Homepage zuständig); Kassenprüfer wurde Werner Eckle.

Roland Funk ging dann auf aktuelle kommunalpolitische Themen ein und unterstrich, dass sich die Freien Wähler auch um die Belange in den Stadtbezirken kümmern. Er erwähnte zudem den von der Verwaltung gewünschten Ausbau der B 10 beim Wilhelmsplatz, den die FW mit anderen Stadträten mehrheitlich abgelehnt habe, weil es sich nur um „kosmetische Veränderungen“ gehandelt hätte. Als ein Experiment, an dem sich Geislingen beteilige, bezeichnete Funk die Gründung eines „Bürgerrates“.

Als größeres Problem hob Funk die Breitbandverkabelung von Aufhausen hervor. Eine längere Diskussion entfachte sich zum Thema City-Managerin, die jüngst unerwartet gekündigt hatte. Funk betonte, dass er von Anfang an der Auffassung gewesen sei, dass der Posten eines City-Managers allein vom Handel finanziert werden sollte. Mit dem jetzt dafür eingesparten Zuschuss könne die Stadt zumindest den Pferdemarkt auch allein finanzieren.

Weiterer Punkt in Funks Ausführungen war die Debatte um die Windkraft-Standorte, wie sie im Zusammenhang mit der Energiewende verstärkt überall auf der Alb ausgewiesen werden sollen.

Ganz aktuell werde sich der Gemeinderat mit dem Fünf-Täler-Bad und dem unerwartet hohen Defizit auseinandersetzen müssen.

Im weiteren Verlauf der Diskussion kam Jörg Schneider noch einmal auf den Pferdemarkt zu sprechen. Er gab zu bedenken, dass seine Eisenbieger (TG-Sportgruppe) elf Jahre lang den Aufbau übernommen und damit der Stadt insgesamt rund 100 000 Euro erspart haben. Bei der künftigen Organisation bedürfe es eines Koordinators, beziehungsweise wieder eines Marktmeisters, ohne den eine solche Veranstaltung nicht möglich sei.

Im Hinblick auf den einsturzgefährdeten Zentralen Omnibusbahnhof erklärte Funk, dass es einen gerichtlichen Vergleich in Höhe von 600 000 Euro gegeben habe. Ein Abriss werde wohl kaum infrage kommen – nun werde geprüft, welche anderen Maßnahmen möglich seien.

Als letzten Punkt der aktuellen kommunalpolitischen Themen nannte Funk die Gemeinschaftsschule. Bislang habe sich in Geislingen nur die Tegelbergschule beworben, weshalb dort jedoch eine Mensa eingerichtet werden müsse.

In seinem Bericht über die Kreistagsarbeit nannte FW-Kreisrat Thomas Kellner die Planung einer S-Bahn bis Göppingen sowie das aktuelle Thema eines Klinik-Neubaues. Dabei riet er zur Besonnenheit, zumal erst noch die Gutachten diskutiert werden müssten. Im Interesse des Erhalts der Geislinger Helfenstein Klinik empfehle es sich nicht, „bei jeder Gelegenheit gleich kräftig auf die Pauke zu hauen“. Kellner gab zu bedenken, dass nur sechs Kreisräte aus dem Bereich Geislingen kämen – während der Rest „nicht immer an Geislingen“ denke.


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