(Artikel Geislinger Zeitung)
Bei der GZ-Podiumsdiskussion zur Geislinger Gemeinderatswahl stellten sich sechs Bewerber nahezu drei Stunden den Fragen.

Über hundert Besucher verfolgten überaus konzentriert die sehr sachliche Diskussion.

Autor STEFANIE SCHMIDT | Bild Rainer Lauschke | 20.05.2014

Podiumsdiskussion_Geislinger_Zeitung_Kommunalwahl_2014_006

Die GEISLINGER ZEITUNG hatte zu einem Diskussionsabend zur Gemeinderatswahl eingeladen, deutlich mehr als 100 Zuhörer kamen. Die sechs Gemeinderatslisten wurden auf dem Podium repräsentiert (von links) von Holger Scheible (CDU), Oliver Schendzielorz (Freie Wähler), Jürgen Peters (SPD), Bernhard Lehle (GAL), Holger Schrag (Die Linke) und Kadir Güney (Junge Wähler Geislingen). GZ-Redaktionsleiter Roderich Schmauz (am Pult) moderierte die Veranstaltung.

 

112 Bewerber kandidieren für die 22 Sitze im Geislinger Gemeinderat, der kommenden Sonntag neu gewählt wird. Sechs Kandidaten, die jeweils eine Partei beziehungsweise Wählervereinigung repräsentierten, stellten sich am Montagabend bei einer Podiumsdiskussion den Fragen von GZ-Redaktionsleiter Roderich Schmauz, der die Veranstaltung moderierte, und nahmen Stellung zu Anliegen aus dem Publikum.

Vier Kandidaten auf dem Podium sind seit einer oder mehreren Wahlperioden im Gemeinderat. Zwei Teilnehmer, Oliver Schendzielorz von den Freien Wählern und Kadir Güney von den Jungen Wählern, gingen jeweils als politisch noch unbeschriebenes Blatt ins Rennen.

Bei einer ersten Vorstellungsrunde hatten die Bewerber unter anderem Gelegenheit darzustellen, welche kommunalen Themen ihnen besonders am Herzen liegen und was ihre Partei oder Liste von den anderen unterscheidet.

Holger Scheible (CDU): Mit neun Stadträten stellt seine Partei im aktuellen Gemeinderat die größte Fraktion, die Roderich Schmauz in seiner Anmoderation leicht stichelnd als eher „staatstragend und OB-freundlich“ charakterisierte. Scheible hielt dagegen, dass eine vernünftige Zusammenarbeit zwischen Gemeinderat und Verwaltung die Grundlage einer erfolgreichen Kommunalpolitik sei und Dissenz deswegen sachlich und auch mal unter vier Augen vorgetragen werde. Als wichtige Themen sieht Scheible Bildung, Stadtentwicklung und Stadtsanierung

Oliver Schendzielorz (Freie Wähler): Als engagierte „Macher“ mit Fachkompetenz, die keinen parteilichen „Zwängen“ unterlägen, charakterisierte Schendzielorz die Freien Wähler.

Jürgen Peters (SPD): Die SPD-Stadträte bildeten eine „lebendige Fraktion“, die nicht immer einer Meinung sei, aber für die Ziele der Stadt an einem Strang ziehe. Ihm persönlich sei neben Bildung und Infrastruktur die Förderung des bürgerlichen Engagements besonders wichtig.

Bernhard Lehle (Grün-alternative Liste) stellte „klassische“ grüne Themen wie Ökologie und Verkehr in den Vordergrund. Mit Maßnahmen wie der energetischen Sanierung des Michelberg-Gymnasiums und dem neuen Tälesbahnradweg sei die Stadt in diesen Bereichen auf einem guten Weg.

Holger Schrag (Die Linke) will sich besonders für eine familienfreundliche Stadt einsetzen: „Geislingen muss so attraktiv sein, dass Familien herziehen.“ Dazu müsse die Infrastruktur verbessert werden, Erziehung und Sozialarbeit müssten einen hohen Stellenwert bekommen. Sein besonderes Engagement gilt der Jugendarbeit: „Dafür können im Gemeinderat auch mal die Fetzen fliegen.“

Kadir Güney (Junge Wähler Geislingen): Der 29-Jährige will mehr junge Menschen im Gemeinderat sehen. Mit „Einer muss ja mal anfangen“ begründete er seine Kandidatur. Von 22 derzeitigen Stadträten stellen sich 21 zur Wiederwahl. Güney dazu: „Auf diesen einen Platz habe ich’s abgesehen“.

Bei zwei Themen, die den Geislingern auf den Nägeln brennen, bewiesen die Kandidaten Einigkeit: Dazu gehörte auch die richtige Strategie, mit der man die bevorstehenden Verhandlungen mit der Bahn um den barrierefreien Ausbau des Bahnhofs angehen sollte. Was die finanzielle Beteiligung der Stadt angeht, einigten sich alle auf „so viel wie nötig, so wenig wie möglich“.

Der geplante Stellenabbau bei der WMF lag allen Kandidaten schwer auf der Seele. Harsche Kritik hagelte es für Mehrheitsaktionär KKR und seinen Umgang mit Arbeitnehmern, der Stadt und dem Gemeinderat. Doch kann man der „Heuschrecke“ Paroli bieten? Zumindest wollen alle Solidarität mit den WMFlern zeigen.


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    • 26.05.2019
    Kommunalwahl 2019 | Freie Wähler wählen