Das Jahrhundertbauwerk“ des Landkreises Göppingen – der Klinikneubau auf Eicherts Höhen – Ist mit solchen Begriffen eigentlich Zurückhaltung angesagt ?

Hier einige Worte von Werner Stöckle, dem Fraktionsvorsitzender des Kreisverbandes der Freien Wähler und Fakten zu dem Bauprojekt.

 

Wie alle Mitglieder des Kreistages haben auch wir Freien Wähler, uns für den Neubau am Standort Göppingen ausgesprochen.
Die Notwendigkeit ist für uns unstrittig.
Der Risiken, vor allem der finanziellen, sind wir uns bewusst.

Für Klinik und Landkreis ist dieses Vorhaben ein enormer Kraftakt, der auch den vollen Einsatz unserer beiden Vertreter im Aufsichtsrat der Klinik, Dr. Oliver Bernas und Wolfram Feifel erfordert.
Nach wie vor ist unser Ziel, für die Bevölkerung eine umfassende medizinische
(ärztliche und pflegerische) Versorgung, mit höchster Qualität, wohnortnah, in einer Klinik,
an zwei Standorten -in Göppingen und in Geislingen- und in kommunaler Trägerschaft anzubieten
und dauerhaft zu gewährleisten.

Hier die wichtigsten Fakten zum Klinik-Neubau:

Manfred Ehrle, der leitende Architekt vom Büro Arcass, zur Entwurfsplanung:

Das ist eine sehr umfangreiche Planung, von der Struktur her wie eine kleine Stadt“, betonte er.

Der Komplex mit einer Gesamtausdehnung von rund 150 auf 140 Metern, der laut Plan Mitte 2023 in Betrieb gehen soll, hat eine Bruttogeschossfläche von 95 000 Quadratmetern.

In einem breiten Gebäudefuß werden ebenerdig die Notaufnahme, sämtliche Funktionsbereiche, die Ambulanzen und die Patientenaufnahme untergebracht.

Im ersten Stock finden elf Operationssäle, die Intensivstationen, der Kreißsaal und die Dialysestation Platz.

Direkt darüber sitzen die Büros der Verwaltung, die Labors und die OP-Technik.

Deutlich schlanker als bisher werden über vier weitere Etagen 645 Planbetten in zeitgemäßen Ein- und Zweibettzimmern verteilt: größer als bisher und mit barrierefreien, geräumigeren Bädern.

Auf das Dach der Klinik, die optional erweitert werden kann, kommt ein Hubschrauberlandeplatz.

Im Untergeschoss finden sich die Strahlentherapie, das Cyber-Knife, die Apotheke, die Nuklearmedizin, die Pathologie und die zentralen Dienstleistungsbereiche wie Küche, Lager und die Sterilisation.

Ehrle hob bei seiner Präsentation auch auf Verlässlichkeit der Zahlen ab.

Diese seien, bei einem Klinikbau erstmals in Baden-Württemberg, in dreidimensionaler Form nach dem BIM-Verfahren (Building-Information-Modelling) ermittelt worden.

Wir bauen also virtuell vor, was später wirklich gebaut wird, so dass es dabei keine Überraschungen mehr gibt“, betonte er.

Erleichternd komme die einfache, kompakte und funktionale Architektur hinzu.

Wolfgang Schmid, der kaufmännische Geschäftsführer zeigte, dass die Planung von mehreren unabhängigen Gutachtern überprüft worden sei.

Der Architekt Linus Hofrichter, einer von drei Experten, bezeichnete den Entwurf vor dem Kreistag dabei als „ideale Planung“.

Wolfgang Schmid hob zudem auf die zu erwartende Effizienzrendite nach der Inbetriebnahme des Neubaus ab: „Diese liegt nach den Berechnungen bei vier Millionen Euro pro Jahr und würde damit in 30 Jahren den Finanzierungsanteil, den wir als Gesellschaft brauchen, abdecken.“

Die Vision von der Schwarzen Null lebt und kommt immer näher:

Im vergangenen Jahr haben die Alb-Fils-Kliniken (AFK), einen Bilanzverlust von 2,6 Millionen Euro gemacht.

2015 lag das Defizit in den beiden Häusern, der Göppinger Klinik am Eichert und der Geislinger Helfensteinklinik, noch bei 2,8 Millionen Euro.

2013 lag der Abmangel noch bei vier Millionen Euro.

 

Autor Werner Stöckle | Oliver Schendzielorz | Quelle: Stuttgarter Zeitung


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