Sport ist seine Leidenschaft – und die Kommunalpolitik sein Hobby: Jörg Schneider, langjähriger Stadtrat der Freien Wähler und insbesondere der sportlichen Jugendarbeit zugetan, feiert seinen 80. Geburtstag.
Die Freien Wähler Geislingen beglückwünschen herzlichst Ihren Jörg Schneider zu seinen Ehrentag unde bedanken sich für sein Engagment und die langjährige Kameradschaft.

Autor MANFRED BOMM | Geislinger Zeitung am 21.07.2014

Wenn die Weisheit, man sei nur so alt, wie man sich fühlt, auf jemanden zutrifft, dann auf diesen Mann: Jörg Schneider, ein weithin bekannter Geislinger, ist heute 80, doch vieles, was er getan hat, verbindet sich bis heute mit der Jugend.

Für die hat er sich ein Leben lang eingesetzt. Aber mit genauso viel Herzblut verfolgt er das kommunalpolitische Geschehen.

In seinen akribisch geführten Aufzeichnungen finden sich Wahlergebnisse von Gemeinderats- und Oberbürgermeisterwahlen.

Wichtiges ist grellgelb markiert.

Wie etwa, wer wann wofür kandidiert und wie viele Stimmen erhalten hat, insbesondere natürlich, was „seine FWV“ anbelangt, die inzwischen „Freie Wähler“ (FW) heißt.

Von Oktober 1971 gehörte er 28 Jahre lang dem Gemeinderat an, war ab 1984 Fraktionsvize und ab 1993 Vorsitzender. Bei der letzten Wahl 1994 erzielte er hinter Stimmenkönig Peter Maichle die zweithöchste Stimmenzahl – mit 6846 Stimmen.

Auch dass er ab dem zweiten Hock für die Jugendecke verantwortlich zeichnete (bis 1988), macht deutlich, wie sehr ihm die junge Generation am Herzen liegt.

Ausschlaggebend dürfte die Freude am Sport gewesen sein, für den ihn die Eltern bereits in Kindheitstagen begeistern konnten.

Als 19-Jähriger wurde er Jugendleiter beim Tennisverein Geislingen, bald Bezirksjugendwart im Württembergischen Tennisbund, dann Stellvertreter des Landesjugendwarts.

Das war auch die Zeit, als er zweimal die Württembergischen Tennisjunioren bei Deutschen Jugendmeisterschaften betreute und die späteren Deutschen Meister der Herren kennenlernte.

Einen davon, Wilhelm Bungert, durfte er zu großen Turnieren begleiten. Wimbledon war grandios.

Ebenso wie der Kommunalpolitik, fühlt sich Schneider der Turngemeinde zugetan, in der er viele Funktionen innehatte und seit 1997 Ehrenmitglied ist.

Außerdem war er 1963 Mitbegründer der Faschingsabteilung „Kreissäge“ und gilt als Erfinder der Büttenfigur Ritter Kunibert, die er bis 1971 verkörperte und die seitdem Holger Scheible weiterführt.

Gewiss hat ihm der Umgang mit jungen Menschen die geistige und körperliche Fitness bewahrt und zu neuen Aufgaben ermuntert.

Von 1969 bis 1987 organisierte er als Sportkreis-Jugendleiter internationale Jugendbegegnungen, von denen sich zwei ins Gedächtnis eingebrannt haben: jene mit der japanischen Sportjugend und jene mit Kadetten und Handballclubs aus Kanada.

Gerade der Handball war ihm wichtig, stand er doch selbst jahrelang bei der TG im Tor.

Und als er sich aus dem aktiven Sportgeschehen zurückzog, blieb er „seiner“ TG treu – wie etwa für die Einteilung der Hüttendienste im Geiselsteinhaus, wo er von 1990 bis 2010 mit Ehefrau Hildegard oft selbst hinter der Theke stand.

Sportlich geblieben ist er bis heute: Bei den 1999 gegründeten „Eisenbiegern“, die mit Ausflügen auch das Gesellige pflegen, fungiert er als Mitorganisator.

Obwohl der Industriekaufmann seine berufliche Selbstständigkeit vor zehn Jahren aufgegeben hat, ist sein handschriftlich geführter Terminkalender weiterhin prall gefüllt – als Zeichen seines gründlichen und zuverlässigen Engagements, was er beides vielerorts heutzutage schmerzlich vermisst.

Gerade sein unermüdliches Wirken fürs Gemeinwohl macht ihn überall zu einem geschätzten Mitglied – auch in der Bürgeraktion B 10-neu und dem Freundeskreis Samariterstift Geislingen.

Kein Wunder, dass die Liste der Ehrennadeln inzwischen groß ist, doch ganz oben stehen drei Auszeichnungen, die sein Wirken für die Allgemeinheit besonders würdigen: die silberne Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg, der Ehrenschild der Stadt Geislingen und, als Zeichen besonderer Wertschätzung, das Bundesverdienstkreuz am Bande.

Immerhin käme man auf 200 Jahre, würde man sein Engagement in den vielen Ehrenämtern zusammenzählen.

Dank beruflicher Selbstständigkeit war sein Büro bisweilen auch beliebte Anlaufstelle und Kommunikationszentrum für Ehrenamtliche aus Vereinen und Kommunalpolitik.

Seinen Werdegang prägte maßgeblich Vater Gustav, der der Leiter der WMF-Abteilung Galvanoplastik war und diese 1953 erwerben konnte.

Sohn Jörg absolvierte eine Lehre zum Industriekaufmann und verbrachte zwei Praktikantenjahre in Hamburg bei einem Geschäftspartner.

Während sein jüngerer Bruder Kurt mit der Übernahme eines Galvanik-Betriebs in der Robert-Bosch-Straße den Fußstapfen des Vaters folgte, befasste sich Jörg mit der Herstellung und dem Vertrieb von Metallbuchstaben, Werbeschriften und technischen Anlagen, womit er die wirtschaftlichen Höhen und Tiefen des Wettbewerbs erfahren und 1980 den Betrieb verkleinern musste.

Passend zu seinem Engagement, kamen Pokale und sonstige Sport-Ehrenpreise ins Sortiment – bis er und seine Ehefrau das Geschäft vor zehn Jahren aufgaben.

Seither bleibt ein bisschen mehr Zeit fürs Wandern und Reisen.

Von zwei Bergbesteigungen aus vergangenen Zeiten schwärmt Schneider noch heute: 1954 erklomm er mit Sportskameraden des Alpenvereins den Großglockner – und 1974 den Kilimandscharo, der mit 5895 Metern als das weiße Dach des Schwarzen Kontinents gilt.

Jetzt gehts nicht mehr ganz so hoch hinaus, aber Fernwanderungen im In- und Ausland sind weiterhin geplant. Sport hält eben fit.


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    • 26.05.2019
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