Der langjährige Geislinger Stadt- und Kreisrat der Freien Wähler Werner Puder ist tot. Er starb am Mittwochabend im Alter von 64 Jahren.

Autor: MANFRED BOMM | 13.10.2011

Als Bezirksschornsteinfegermeister war er weithin bekannt – und für seine Heimatstadt hat er sich seit 1996 kommunalpolitisch engagiert: Werner Puder, mit seiner Familie in Aufhausen wohnhaft gewesen, hinterlässt mit seinem Tod bei den Freien Wählern (FW) eine schmerzliche Lücke. Fraktionsvorsitzender Roland Funk bezeichnet ihn als verlässlichen und konstanten Kommunalpolitiker, der seine Meinung sachlich und ruhig, aber stets zielstrebig vertreten habe. Besonders am Herzen lagen Puder dabei auch die Stadtbezirke.

Den Weg zu den Freien Wählern hatte er durch seine Kontakte zur Sportkreisjugend gefunden, deren damaliger Vorsitzender und heutiger Alt-Stadtrat Jörg Schneider ihn von der Kommunalpolitik überzeugte. 1994 kandidierte Puder erstmals für Gemeinderat und Kreistag. Weil er nur knapp scheiterte, war er in beiden Gremien zwei Jahre später Nachrücker für Erika Keil beziehungsweise Gerda Benz.

Bei der Wahl 1999, als er aus dem Kreistag ausschied, fehlten ihm zwar für den Gemeinderat erneut einige Stimmen, doch bereits Anfang 2002 konnte er als Nachrücker für den ausgeschiedenen Martin Kittel zurückkehren. In der Folgezeit wurde sein ehrenamtliches Engagement von den Wählern zweimal deutlich honoriert, nämlich 2004 und 2009. Zuletzt erzielte er auf der Liste der Freien Wählervereinigung (einst FWV, heute FW) die drittmeisten Stimmen.

Während dieser Zeit war er Mitglied der gemeinderätlichen Ausschüsse und brachte sich mit seiner Fachkenntnis als Bezirksschornsteinfegermeister insbesondere in den Aufsichtsratsgremien der Energieversorgung Filstal (EVF) und der in Türkheim geplanten Technologieplattform ein. Er wolle politisch unabhängig sein und nicht einer Partei angehören, hat er zu Beginn seiner kommunalpolitischen Tätigkeit einmal gesagt. Sich nicht von jemand beeinflussen lassen, war sein Bestreben.

Puder, in Ludwigsburg geboren, hatte seinen Beruf von Kindheit an vor Augen gehabt, denn auch sein Vater war Schornsteinfeger gewesen – in Backnang. Bei ihm absolvierte er die Lehre, besuchte die Meisterschule und war schließlich in Ulm tätig, bis er 1970 Mitarbeiter eines Bezirksschornsteinfegers in Geislingen wurde. Inzwischen verheiratet, kam damals 1973 die erste von drei Töchtern zur Welt. Dass sich die Puders im Stadtbezirk Aufhausen niederließen, war eher Zufall, denn dort stand gerade ein Haus zum Verkauf. 1981, als die Kehrbezirke neu eingeteilt wurden, bekam Puder seinen eigenen Tätigkeitsbereich zugewiesen. Sein Wissen war auch bei der Landesfachschule seines Berufsstandes in Ulm gefragt, wo er nebenberuflich die Auszubildenden unterrichtete.

Einen Teil seiner Freizeit, die zu Beginn der kommunalpolitischen Arbeit sehr sportlich ausgerichtet war (Skiwettkämpfe und Bergtouren), füllte später das Ehrenamt aus, das sich auch auf Vereine und in besonderer Weise auf die Feuerwehr erstreckte.

Puder wird von seinen kommunalen Weggefährten als ein hilfsbereiter Mitstreiter bezeichnet, dessen Anliegen es gewesen sei, eine unabhängige Liste im Gemeinderat zu stärken.


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